Project Description

Im tiefeingeschnittenen Schlüchtal zwischen Waldshut-Tiengen und Stühlingen befindet sich eines der größten Klettergebiete des Südschwarzwalds und das größte des Hochschwarzwaldes. Insgesamt 9 Felsen, von denen mindestens 2 schon eher als „Massiv“ zu bezeichnen sind, laden zum Klettern ein. Die Felsen sind teils schwer zu erreichen, sodass man sich auf einen Felsen konzentrieren sollte oder eben gleich mehrere Tage dort verbringt, denn auch die Ausgangspunkte zu den jeweiligen Felsen sind auf mehrere Parkplätze verteilt. Mit anderen Worten – das Gebiet ist einfach riesig und imposant noch dazu. Schroffe Felsen, hohe Wände, tiefe Blicke. All das lassen die übrigen Gebiete des Hochschwarzwaldes im direkten Vergleich ziemlich mickrig aussehen.

Die Zugänge zu den Felsen sind allerdings genauso wild, wie der Anblick eben dieser. Gesuchte Zustiege, steile Passagen zum Abklettern, ausgesetzte Abseilstellen und sogar eine feuchtfröhliche Flussüberquerung machen dem Klettergebiet alle Ehre.
Eine Ausnahme bildet der Schwedenfels. Diesen Felsen erreicht man bequem vom Parkplatz aus in einer Gehminute. Entsprechend ist auch dieser der beliebteste Sektor mit kompaktem Fels. Hier kommen vor allem Hardmover voll auf ihre Kosten – alter Schwede, das rockt!

Für Einsteiger mit einer gehörigen Portion zustiegsbedingter Abenteuerlust (suchen, abklettern, abseilen) bietet das „Falkenstein-Massiv“ das größte Angebot. Hier befinden sich schöne Routen im vierten, fünften und sechsten Grad. Zudem hat man gleichzeitig die schönste Aussicht über das Tal und auf die ehrfurchteinflösende Tannholzwand, welche sogar von Mehrseillängenrouten durchzogen wird.

Zu erwähnen bleibt noch, dass viele Sektoren in direkter Linie zum Straßenlärm stehen. Und da das Schlüchttal wunderschön und auch wunderschön kurvig ist, heizt das ein oder andere Motorrad mit gefühlt 120 Dezibel am Auspuff vorbei – nicht gerade förderlich was die Kommunikation zwischen den Seilpartnern anbelangt – aber bei solch einem vielfältigen Klettergebiet sieht man gerne darüber hinweg.

Insgesamt ein sehr lohnendes Gebiet. Sehr abwechslungsreich, guter Fels, alle Schwierigkeitsgrade aber eben, mit genannten Einschränkungen. Auch die Absicherung ist weniger gut als in Todtnau oder Sankt Blasien. Wer unter der Woche Zeit hat, sollte diese hier nutzen. Dann lässt sich an den meist südexponierten Wänden ein genialer Klettertag erleben, an dem man meist auch noch ungestört ist. Denn nicht viele Kletterer nehmen die Schwierigkeiten des Zustiegs auf sich.

Anzahl Routen: 100+ (je nach Führer)
im Grad 2 – 4: 5
im Grad 5 – 6: 25
im Grad 7 – 8: 49
im Grad 9 – 11: 14
Expostition: O über S bis W

Kurzübersicht
Literatur: Schwarzwald Rock 2.0
ISBN: 978-3-934650-13-8

Anreise mit dem Auto:
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